Auch wenn ich nicht der Angesprochene bin, ist das durchaus ein interessantes Thema, wobei wir damit inzwischen eigentlich bei einer anderen Fragestellung angekommen sind.
Solche Messungen könnte man natürlich durchführen. Wobei ich schon bei klassischen Suchmaschinen Rankings nie für eine so exakte Größe gehalten habe, wie sie manche SEO-Tools darstellen. Ergebnisse hängen unter anderem von Standort, Personalisierung, Zeitpunkt, Suchhistorie und weiteren Faktoren ab. Bei LLMs kommen Modellversion, Promptvariation, Websuche, Retrieval und nichtdeterministische Antworten noch dazu. Ein „Platz 3 bei ChatGPT“ dürfte daher erst recht eine ziemlich schwierige Kennzahl sein.
Das war aber eigentlich gar nicht mein Ansatz bei llms.txt und inzwischen auch Schema.org/JSON-LD.
Mir geht es zunächst viel simpler darum, vorhandene Informationen mit möglichst wenig zusätzlichem Aufwand auch maschinenfreundlich bereitzustellen. Wenn meine Website beispielsweise ohnehin 20 sauber beantwortete Fachfragen enthält, kann ich diese zusätzlich als FAQPage strukturieren. Wenn ich einen umfangreichen Artikel habe, kann ich einem Agenten zusätzlich eine aufgeräumte Markdown-Fassung anbieten. Und eine llms.txt kann als einfacher Wegweiser durch die vorhandenen Inhalte dienen.
Ob ChatGPT, Claude, Gemini, Google oder irgendein zukünftiger Agent davon Gebrauch macht und welchen messbaren Effekt das irgendwann hat, ist für mich zunächst zweitrangig. Ich würde dafür auch keine hunderte Stunden Handarbeit investieren.
Wenn sich das aber einmal automatisieren lässt und anschließend bei jedem neuen Artikel ohne zusätzliche redaktionelle Arbeit mitläuft, ist meine Rechnung ziemlich einfach: Der Aufwand ist nahezu null und Maschinen bekommen zusätzliche Möglichkeiten, meine Inhalte zu verstehen und zu verarbeiten.
Ob daraus irgendwann 0, 5 oder 20 Prozent mehr Sichtbarkeit entstehen, weiß ich nicht – und würde ich derzeit auch nicht behaupten. Aber ich muss auch nicht vorher wissen, welcher Crawler welche Information nutzen wird. Ich stelle sie einfach sauber zur Verfügung.
Insofern verstehe ich GEO weniger als den Versuch, ein neues „Ranking-Spiel“ zu erfinden. Mich interessiert momentan eher die technische Grundlage: Wie kann ich Inhalte so publizieren, dass Menschen sie gut lesen können und Maschinen möglichst wenig raten müssen, was sie bedeuten? Was die verschiedenen Systeme daraus machen, wird man in den nächsten Jahren sehen.